Von der Schweiz bis in die Türkei
29.8.26 Abreise vom Glarnerland (mit swissbus-eurasia.ch)
Das Abenteuer kann beginnen! Das Oldtimer Postauto (43jährig mit bald einer Million Kilometern auf dem Tacho) wird nach Indien fahren und zurück im Mai 2027. Wie lange werde ich dabei sein?





Im Glarnerland lernen wir unser Zuhause für die nächsten Wochen oder gar Monate kennen und die Mitreisenden: Der Fahrer fuhr in den 70ern und bis in die 90er fünfzehn Mal mit Bussen von der Schweiz nach Indien und zurück. Erst nach der Geburt des zweiten Sohnes wurde die Familie sesshaft. Seine Frau und der jüngere Sohn begleiten ihn auch auf dieser Reise. Nebst mir sind noch zwei weitgereiste Rentnerinnen dabei.
Vor der Abfahrt soll ein Ritual mit Räucherstäbchen den Bus vor Unfällen schützen: Räucherstäbchen kreisen um die Reifen und werden vorne beidseits angebracht.
Nach dem San Bernardino, in der Nähe von Melide, finden wir einen traumhaft schönen Platz zum Übernachten, direkt am See. Das hervorragende Nachtessen verdanken wir unseren beiden leidenschaftlichen Köchinnen und dem gelernten Koch an Bord.


31.8.26 Ljubljana
Citytour in Ljubljana.





Nach dem Nachtessen an einer Quartierstrasse in der Stadt fahren wir weiter Richtung Zagreb.
1.9.26
Via Brezice fahren wir nach Cuprija, wo wir unweit der Fernstrasse einen ruhigen Campingplatz am Waldrand finden mit guter Infrastruktur. (heisse Dusche!). Das Essen wird von einem Restaurant angeliefert – die Pizza schmeckte uns bestens.

2.9.26
Ein spezielles Erwachen, nur ein paar Schritte neben dem Bistro. Nach Cappu und Croissant sowie der ersten Yoga-Lektion meines Lebens, starteten wir zu einer grösseren Etappe, vorbei an Zagreb und Belgrad. Pünktlich zum Sonnenuntergang fanden wir im Grünen einen Campingplatz mit allen Annehmlichkeiten, konnten Pizza bestellen und eine Dusche geniessen.
3.9.26
In Demir Kapija, Nordmazedonien, erlebten wir das erste Gewitter seit sehr langer Zeit. Herrlich!

3.9.26
In Thessaloniki legten wir einen längeren Halt ein und erkundeten die Altstadt, wo wir in der Nähe des Marktes ein herrliches Mittagessen serviert kriegten.




Zum Sonnenuntergang parkten wir am Beach ein in Sithonia.

4.9.26 Lagomandra
Aufwachen am Beach! Schon bald wurde der Strand bevölkert. Ich erkundete die den Ort und fand eine Magnum double chocolat, das ich im Schatten der schönen Bäume genoss.



Später war ich zweimal im Meer schwimmen – herrlich!
Für das Ratatouille rüsteten wir das marktfrische Gemüse draussen neben dem Bus.

Nach dem Dinner gönnten wir uns zu zweit einen Absacker an der Poolbar des 4*-Hotels.


5.9.26
Am Morgen schickte uns die Polizei weg von unserem toll gelegenen Platz. So fuhren wir weiter durch wunderschöne Landschaft, bergig und kurvig mit Sicht aufs Meer.

In Arnea machten wir einen Halt und sahen uns die wunderschöne Kirche an.


Nach einem Bad im Meer in Nea Vrasna genoss ich die Abendsonne und das Meeresrauschen.
6.9.26 Nea Vrasna
Sonntagserwachen! Blick aus dem Bett auf Palme und Meer.

7.9.26
Yoga und Schwimmen im Meer am Vormittag, nach dem Lunch entlang der traumhaft schönen Küstenstrasse gefahren auf einen Campingplatz vor Kavala. Zwar Highlife, aber Duschen, Waschmaschine und Strandbar.


Getrunken haben wir nichts, die Preise schienen uns zu hoch, doch mit der bedienenden Frau konnten wir uns gut in Englisch unterhalten. Sie arbeitet während der Saison neun Stunden am Tag, sieben Tage pro Woche à 50 €.
Kavala




Während unserer Besichtigung der Altstadt von Kavala, gännte sich der Bus einen kleineren Service etwas ausserhalb, wo wir später mit zwei Taxis hinfuhren.
Nebst dem Fort in Kavala gibt es auch ein Äquadukt. Bei diesem zeigt ein Schild unseren Weg: 460 km bis Konstantinoupolis.

An einer einsamen Küstenstrasse fanden wir zum Sonnenuntergang einen Standplatz für die Nacht.
8.9.26


Am Morgen nochmals einen Blick aufs Meer und auf die Archäologen und Ausgrabenden.

Türkei
InIpsala reisten wir in die Türkei ein, über eine top moderne, riesige Zollanlage. Der Bus musste noch durch das Röntgen-Haus. Ein X-Ray Haus hatte ich noch nirgendwo gesehen.
Die Schnellstrasse Richtung Istanbul führt durch hügelige Landschaft, endlose Felder, die alle braun, verdorrt sind, wie in Griechenland und dem Balkan.

Dann eröffnet sich der Blick aufs Marmarameer, gesäumt von modernen, neuen Häusern.


Nach einem feinen Nachtessen in einem Fisch-Restaurant fahren wir erstmals bei Dunkelheit. Das Lichtermeer entlang des Ufers ist beeindruckend.
9.9.26 Istanbul
Nach einer Übernachtung auf einer Autobahnraststätte vor Istanbul beeindruckten auf der Weiterfahrt die modernen, gepflegten Vororte, die mehrspurigen Autobahnen mit bewässerten Grünstreifen und Blumenrabatten beidseitig.
Und dann fuhren wir über den Fluss, von Europa nach Asien!

Wir checkten für vier Nächte auf einem neuen Karavanplatz ein, der Teil einer grossen Parkanlage ist mit Café, Minigolf, usw., direkt am Meer.


Am Abend nahmen wir den Zug beim nahen Bahnhof (Idealpete) in die City und flanierten am Bosporus. Wir beobachten die vielen Fischer, besuchten eine Moschee und assen in einem Lokal in der Altstadt.

10.9.26
Wieder fuhren wir in die Stadt, zuerst zur iranischen Botschaft, doch das Visum konnten wir erst am Nachmittag abholen. So assen wir Frühstück in der Nähe der Hagia Sofia bevor wir zum Pudding Shop fuhren, wo unser Driver bereits auf uns wartete. Dort konnte er in Erinnerungen schwelgen. In den 90er parkte er seinen Bus bei der Moschee gegenüber, brachte Plakate an und fand so Mitfahrende nach Indien. Heute bietet das Restaurant feines Essen, auch Vegetarisches.




Am Nachmittag erhielten wir die Visa für den Iran und nahmen für den ersten Teil des Rückweges ein Schiff.



11.9.26
Zu zweit fuhren wir mit der Bahn nochmals in die City, besuchten den grossen Basar und fanden etwas versteckt in einem Hinterhof ein Shisha-Restaurant, wo wir praktisch unter einheimischen Männern waren. Das Essen schmeckte vorzüglich.


12.9.26
Bevor wir den Karavanplatz verliessen, erhielten wir Besuch von unseren Nachbarn, die unseren Bus besichtigen wollten. Die Familie aus Melbourne reist mit ihren drei Kindern seit drei Jahren mit dem Bus durch die Welt: Malaysia, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Laos, China (3 Monate lang), Russland, Zentralasien, Westeuropa, …. Die Frau ist Lehrer und unterrichtet online. Der Mann arbeitete für die Regierung, stammt ursprünglich aus dem Iran, lebt seit 25 Jahren in Australien.

Wir fahren weitere ostwärts. Istanbul erstreckt sich über 100 Kilometer von Ost nach West, 50 Kilometer von Nord nac Süd. Die Hauptverkehrsachsen bestehen aus mehrspurigen Autobahnen, gesäumt von modernen Gebäuden, vielen Hochhäusern.




14.9.26 Grosser Salzsee (Tuz Gölü)






14.9.26 Kappadokien
Die Felsformationen in Kappadokien sind wirklich fantastisch! Viele sahen wir bei der Ankunft ab Abend noch nicht, aber am Morgen waren wir um 5 Uhr bereit um die hunderte Ballone starten zu sehen. Zum Glück erfuhr unser Guide noch im Bus, dass an diesem Tag die Ballone nicht austeigen durften. So konnten wir länger im Bett bleiben und danach die nähere Umgebung auskundschaften. Es fühlte sich an wie in einer Märchenwelt..















Als Abschluss der Tour gönnte ich mir einen Affogato!
15.9.26 Kappadokien
Vor Sonnenaufgang verliess ich den Bus und wähnte mich erst in einem Traum, als vor mir die riesigen Ballonhüllen standen, das Feuer rauschte, die Ballone leuchteten. Mehrmals wollte ich zurück ins Bett, doch immer wieder zog mich die Szenerie magisch zurück. Mal fuhr ein Ballon fast über meinen Kopf hinweg, oder landete neben dem Bus. Wirklich ein Spektakel!













Auf der Weiterfahrt hatte der Bus eine Panne. Wir hielten am Rande der zweispurigen Strasse. Irgendwann hielt ein Auto, der Fahrer bot uns seine Hilfe an in seiner Werkstatt. So fuhren wir ein Stück zurück, wurden mit Tee verwöhnt und informiert, dass ein relativ kleines Teil der Luftfederung ersetzt werden muss. Ein 40jähriges Teil, doch das war kein Problem. Es wurde gleich noch an einem Scharnier gelötet, das nicht mehr perfekt verschloss.

Während dem Sonnenuntergang parkten wir auf einer Raststätte zum Übernachten ein. Unsere Köche griffen gleich zum Löffel, und schon bald duftete es herrlich nach Currysuppe.
16.9.26 Sivas
Nach einer kurzen Fahrt am Morgen, hielten wir in Sivas, einem sehr hübschen Städtchen.

Sofort kam ein Mann und zeigte uns, wo wir korrekt parkieren dürfen. Kaum aus dme Bus ausgestiegen kam ein weiterer Herr, der für uns Tee holte. Er sprach etwas Deutsch, da er während drei Jahren auf der türkischen Botschaft in Deutschland arbeitete.
In Sivas gibt es eine Hauptstrasse mit modernen Geschäften und Internet-Shops, in der Altstadt nebenan eröffnet sich uns ein Einkaufsparadies für Gewürze, Frühstücksteller, Gemüse, … Im Park-Café gönnte ich mir den ersten türkischen Kaffee mit Schokolade-Kokos-Kugeln.




Später führte die Strasse durchs Gebirge, über Pässe, bis auf 2200 MüM. An steilen Talfahrten gab es Notbremse-Rampen.



Bei Sonnenuntergang suchten wir einen Übernachtungsplatz. Und landeten im Outback in einem super feinen Restaurant am reissenden Fluss. Das Essen war wirklich Spitze – und zum Übernachten durften wir gleich auf dem Parkplatz stehen bleiben.





17.9.26 Munzur-Gebirge
Dieser Tag begann mit einem Spaziergang zum nahen Wasserfall. Daher die guten Restaurants an der Zufahrtstrasse.

Danach zogen wir die Passstrasse der Schnellstrasse vor. Bis 17% Steigung musste unser Bus bewältigen, bis wir die Aussicht von der auf 1900 MüM gelegenen Passhöhe geniessen konnten.




Weiter führte die Strasse entlang eines türkis farbenen Fluss durch spektakuläre Landschaft mit Canyons und Tunnels. Als sich das Tal öffnete, wurde der Bach zum Fluss. Als blaues Band zieht er durch trocken braune Felder.




Als wir tanken wollten wurde uns gesagt, dass es keinen Diesel gäbe. Eine Vorwarnung? Wenig später konnten wir volltanken. Doch Diesel scheint weltweit knapper zu werden. In der Schweiz war er so teuer wie nie zuvor.

17.9.26 Vansee
Nach einem weiteren Bergzug erblickten wir erstmals auf einem Strassenschild den Namen «Iran».

An diesem Tag fühlten wir uns im Orient angekommen. Tief verschleierte Frauen, anderes Angebot in den Geschäften, einfachere sanitäre Anlagen ohne Papier.
Am Nachmittag erreichten wir den Vansee, der grösste Salzsee der Erde, bis 123 km lang und 52 km breit.

Schon bald konnten wir an einem Stand am Strassenrand Tomaten und Gemüse kaufen. Vor allem Melonen gibt es hier in rauen Mengen, ebenso Nüsse, Trauben, ….

Die Zufahrt zum Campingplatz am Strand ist sehr eng, Millimeterarbeit für unseren Driver und seine Lotsen zwischen Baumstämmen, Ästen und Löchern im Waldweg. Super gemeistert!

Der Platz liegt wunderbar, die Einrichtung ist allerdings sehr einfach. Wir sind die einzigen Gäste. Wieder einmal wurden wir kulinarisch verwöhnt: Sugo mit Gemüse und Spaghetti.

Nach dem Muezzin ertönt Elektrosound. Immer wieder gehen Männer über unseren Platz. Zwei sprachen wir an, fragten nach der Herkunft der Musik und wurden gleich zum Festplatz begleitet. Wir schlossen uns den Line Dancern an, verliessen die Hochzeitsgesellschaft des Bräutigams bald wieder.

Am Samstag war Wasch- und Putztag:



Am Sonntagvormittag fuhr ein Kleinbus auf den Platz mit einigen Familien mit Kindern. Sie vergnügten sich den ganzen Tag am Beach.

Die Wegfahrt vom Campingplatz war spektakulär! Bereits vor der Abfahrt rückten die Männer mit Leiter und Säge aus um einige Äste zu stutzen am Waldweg. Trotzdem war es immer wieder ein Hin und Zurück, bis wir durchkamen. Es mussten noch einige Äste gebrochen werden, Baumstämme zur Seite gedrückt und Steine verschoben. Immer mehr Einheimische eilten zu Hilfe.

Später fuhren wir entlang des Sees. Plötzlich war das Wasser meterweit weiss entlang des Ufers.

Van
Am Nachmittag entdeckten wir die Stadt Van. Mit einem Minibus fuhren wir in die City. Beeindruckt von den Bäckern, dem Käse- und Olivenmarkt, fein gegessen und letztlich im MMM Migros (am Sonntag) eingekauft. Beim Anstehen an der Kasse schäkerte ein Mädchen mit uns rum, und schon lud uns seine Mutter zum Nachtessen ein. Leider aber mussten wir weiter.





