2020 Prag – Polen

2020 25. August bis 29. September


Prag – Krakau – Warschau – Torun – Sopot/Danzig – Leba – UstkaKolberg – Stettin – Posen – Breslau -Dresden

Wohin reisen in Zeiten von Corona? Jedes Land passt seine Liste der Risikoländer laufend an und kann eine Quarantäne von zehn Tagen nach der Heimkehr verordnen.
So entscheiden wir uns kurzfristig für Polen via Prag. Per Bahn über Stuttgart nach Nürnberg, von dort werden wir acht Passagiere im DB-Bus nonstop nach Prag chauffiert (ZH-Prag Fr. 62.-).

Ankunft mit DB-Bus am Bahnhof Prag

Bei Nacht erkunden wir gleich die Stadt. Was für ein Lebensgefühl – wie vor Corona! Wenige Touristen, und dennoch mehr als erwartet.

Karlsplatz


Am Mittwoch schlendern wir durch die Altstadt, hoch auf den Burgenhügel durch wunderschöne Strässchen bis zum Eifelturm (Nachbau 1:5), den ich zu Fuss erklimme um die tolle Aussicht zu geniessen. Das Dinner unter der Karlsbrücke schliesst den eindrucksreichen Tag ab, den wir in der Bar neben unserem Hotel ausklingen lassen.

Eiffelturm im Massstab 1:5
Aussicht vom „Eiffelturm“


Am Donnerstag bleiben wir diesseits der Moldau, besuchen nach einem feinen Kaffee auf der Insel das tanzende Haus, den botanischen Garten der Uni, den Platz beim Museum. Nach weiteren Kilometern durch die Altstadt geniessen wir den herrlichen Sommerabend auf dem Karlsplatz.

Restaurant Zofin
Das tanzende Haus
Beim Libanesen/Asiaten Nähe tanzendem Haus


Die Reise nach Krakau schenkt uns sechs Stunden Pause. Bis zur Grenze fahren wir im Zug, danach im Bus (26.-). Im Zug erhält jeder Reisende gleich eine Flasche Wasser, auch ein Kaffee nach Wahl ist im Fahrpreis inbegriffen.
Wir wohnen im trendigen Quartier, im www.astoriahotel.pl.
Krakau by night, Wochenende, Hochsommer! Viele Touristen, Bars, Restaurants, entspannte Stimmung. Wir schlendern durch die Altstadt und geniessen das Flair.


Nach Auschwitz wählten wir den öffentlichen Bus (stündlich Abfahrten, ca. 2 Stunden Fahrzeit, Fr. 3.- pro Weg). Der Museumsbesuch dauert dreieinhalb Stunden und führt erst durchs Museum und nach Transfer per Bus durch Birkenau.


Am Sonntag flanieren wir hoch zur Burg und schlendern entlang der Weichsel, bevor wir mit der Bahn nach Warschau reisen. Wie wir es dort schafften, zwei Stunden für die 200m vom Bahnhof zum Host zu benötigen, möchte ich hier nicht im Detail schildern. (An welchem Bahnhof sind wir? Welche Richtung? Falsch interpretierte Codes. ….). Auf dem kurzen Weg überraschte uns ein Gewitter – wir schafften es gerade noch zu einem Unterstand. Weiter gingen wir in Flipflops. Das Wasser schaffte es bis zu den Kleidern im Koffer.

Warschau wurde wie Danzig im 2. Weltkrieg total zerstört. Die Altstadt wurde wieder auf-/nachgebaut.

Nur einen Tag blieben wir in der Stadt. Leider, denn sie überrascht mit stimmungsvollen Boulevards und Plätzen, pompösen Palästen, romantischen Parks. Zufällig entdeckten wir den riesigen Dachgarten der Uni-Bibliothek, den wir ausgiebig erkundeten: Bänke, Biotop, Aussicht, Architektur und Flora beeindrucken.
Die Altstadt war nahezu menschenleer.

Einkaufscenter beim Bahnhof Centrum
Gewitter und Sturm
Garten und Park auf dem Dach der Uni-Bibliothek


Warschau – Torun, 235 km, Fr. 10.-

Am Dienstag überraschte uns die Schönheit von Toruns Altstadt. Die Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Strassencafés, Backsteinbauten und verzierte Hausfassaden sorgen für eine romantische Stimmung. Vor Corona stoppten zwanzig Busse mit Besuchern pro Tag, nun noch einer pro Woche.

Ein besonderer Empfang beim Eingang in die Altstadt
Kopernikus-Haus
Der schiefe Turm
Typisch in Polen. Gutes Schuhwerk empfehlenswert

Unser Hotel Polonia liegt sehr zentral, die Sehenswürdigkeiten sind in wenigen Gehminuten erreichbar.


Bei Regen und 15°C fahren wir mit dem Zug ans Meer, nach Sopot, ein Touristenort bei Danzig. Hier, in unserer Ferienwohnung fühlen wir uns nun angekommen in Polen.

3.9.2020
Mit der S-Bahn (Fr. 1.10/Weg) sind wir am Donnerstag innert kürzester Zeit in der City von Danzig und geniessen einen wundervollen Tag.

Die Stadt war 1945 total zerstört, wurde danach wieder aufgebaut.

Neptunbrunnen
Grünes Tor am langen Markt
Am rechten Ufer wurde die Architektur der Altstadt in modernen Neubauten auf eindrückliche Art umgesetzt.

Nach den vielen Eindrücken der Stadt schlenderten wir bei Sonnenuntergang zurück Richtung Unterkunft, genossen an einem Tisch im Sand noch das Dinner.

Schwäne im Meer!?

4. und 5. 9.2020 Halbinseln: Hel und Krynica Morska

Nach vielen Tagen in Städten wollen wir diesen Freitag am Beach verbringen. Wir nehmen um 10.30 Uhr die Fähre in Sopot nach Hel (nur eine Verbindung pro Tag, zurück um 15.40 Uhr, Fr. 10.- pro Weg), auf einer Halbinsel, ein schmaler Landstrich im Meer, teils nur 200m breit. Im Norden kilometerweiter Sandstrand. Wir liefen und liefen, ….
Zurück per Bahn von Hel nach Sotop, 86 km, Fr. 4.50.


Nach Krynica Morska fuhren wir ab Danziger HB mit dem Bus für Fr. 4.- pro Weg, 1 3/4 Std. Fahrt. Der Ausflug mit Driver in den nächsten Ort Richtung russischer Grenze hat sich nicht wirklich gelohnt. Die Grenze ist einzig auf dem Sandstrand erreichbar, ca. 3km. Die Dünen auf dem Weg sind bewaldet. Ein Vogel-Beobachtungsturm wird Ornithologen begeistern.


6.9.2020 Sotop – Leba

Am Sonntag reisen wir im voll besetzten Zug von Sotop nach Lebork (Fr. 5.50, 68km), im Minibus (Fr. 2.50) nach Leba, wo uns schon ein Taxi erwartet. Die Driver sind bestens vernetzt (!) mit den Hoteliers, den Angestellten auf dem Tourist Office, ….

Nach dem Spaziergang am Strand mit Waffel (gibt es hier überall) inspizieren wir das Städtchen. Nett, alles ist da, was man als Tourist so braucht.

Am Montag wandern wir fast 20 km weit. Im Nationalpark warfen wir einen Blick auf den riesigen See. Ein Spazierweg führt durch den Wald und endet nach ca. 7 Kilometern auf einer riesigen Sanddüne.



Unser nächstes Ziel an der Ostsee ist Ustka. Mit Minibus zurück nach Lebork, Bahn nach Slupsk (51km, Fr. 3.50), S-Bahn nach Ustka (18 km, Fr. 1.50).
Ein schönes Städtchen, Traumstrand wie immer, Promenade am Meer mit Restaurants. In der Tawerna.columbus.pl genossen wir Stunden nach dem Dinner gleich noch den Abschiedstrank bei Sonnenuntergang. Es war unser letzter Abend. Am Mittwoch reiste meine Freundin nach Berlin – Zürich.

Schwenkbare Fussgängerbrücke über die Hafeneinfahrt
Tawerna Columbus

Nach zweiwöchiger Reise mit einer Freundin, steht nun wieder die Arbeit im Fokus.

Am Morgen zog ich um, einige Strassen weiter.

Mein Büro mit Sitz- und Stehpult

Über Mittag ging ich einkaufen für Lunch und Frühstück, nach Feierabend genoss ich einen Spaziergang am Meer und danach ein feines Dinner im Restaurant.

Der letzte Tag in Ustka soll ein bisschen besonders sein. So gönnte ich mir in der Mittagspause nach dem Strandspaziergang ein Sonnenbad mit einer Waffel und einem echt feinen Kaffee.

Die Meerjungfrau wollte ich mir nicht entgehen lassen. In der Abendsonne erstrahlte sie förmlich.


Zum Sonnenuntergang posierte ein Hochzeitspaar für den Fotografen. Viel später sah ich sie noch am Strand spazieren. Wie romantisch!

Nach den ersten „intensiven“ Arbeitstagen will ich das Wochenende zur Weiterreise nutzen. Ich fahre nach Kolobrzeg und wohne endlich mit Balkon und Meersicht im 10. Stock.

Nach dem Lunch auf dem Balkon breche ich auf in die City und zum Einkaufen. Aus dem Rathaus tritt eine Hochzeitsgesellschaft!

Als die Einkäufe im Appartement verräumt waren, ging’s zum Strand. Auch hier gehört der Leuchtturmeines zu den Wahrzeichen des Ortes.

Und schon lag das Meer zu meinen Füssen. Immer wieder atemberaubend! Und hier gibt es sogar Restaurants direkt am Sand. Als es bereits dunkel und kühl war, ass ich als letzter Gast draussen. Davor jedoch spazierte ich zum Pier. Beim Eingang ein grosser Platz, auf welchem der Super Bubble Man Kinder und Erwachsene mit riesigen Seifenblasen entzückte. Eine Frauenstimme sang mit wunderschöner Stimme einer meiner Lieblingssongs von Scorpions – was für eine Stimmung! Als ich dann draussem am Pier das Café entdeckte mit Liegestühlen, Aperol Spritz und romantischer Musik, musste ich innehalten und diesen Moment geniessen.

So lässt es sich leben als digitale Nomadin!

Wie lange noch? Immer mehr Länder verordnen wegen Corona die Quarantäne nach Einreise. So bleiben mir die Routen ins Baltikum verschlossen, ebenso Richtung Süden via Rumänien, Bulgarien nach Griechenland. Balkan ist auch Risikogebiet, ab Montag sogar Wien. Es bleibt nur Deutschland. So bleibe ich wohl noch in Polen. Es gefällt mir hier ja sehr gut!

Sonntag! Nach dem Frühstück auf dem Balkon legte ich eine Arbeitsschicht ein, bevor ich zum Strand schlenderte, Kaffee und Schokoladenkuchen genoss, die gefühlten tausend Ausflügler beobachtete und dann barfuss kilometerweit am Strand lief. Bevor ich diesen ungern verliess, genoss ich noch die letzten Sonnenstrahlen. Pünktlich zum Sonnenuntergang sass ich wieder auf meinem Balkon beim Nachtessen.


Die Arbeitswoche ist um, morgen reise ich weiter. Es fällt mir nicht leicht, mich von diesem Ort zu verabschieden. Hier passte es für mich perfekt. Das Wetter war die ganze Woche wunderbar.
Im Appartement mit Balkon und Fernsicht fühlte ich mich sehr wohl.
Über Mittag ass ich draussen, ging einkaufen und genoss den Balkon.
Abends lief ich barfuss am Strand, auf dem Rückweg stets in den Sonnenuntergang.
Am Mittwoch war es sehr heiss, das Meer spiegelglatt. Zur Abendstimmung gehörte ein Aperol spritz.

Blick von der Aussichtsterasse auf den Yachthafen

Wie meist an der Ostsee, gibt es keine Verbauungen am Meer, der Waldstreifen dient der Erholung und Gesundheit.
Parallel dazu verläuft in Kolobrzeg ein Flaniermeile.
Unzählige Parks laden zum Verweilen.

Meinen letzten Abend hier genoss ich bei einem langen Spaziergang am Meer. Nochmals ging ich durch die bunt schillernden Seifenblasen, lauschte der wunderschönen Stimme der Dame im Rollstuhl. Die letzten Sonnenstrahlen genoss ich wie am ersten Abend draussen auf dem Pier im Liegestuhl bei einem Pina Colada – war der erste seit wohl 35 Jahren.

Zurück im Appartement verabschiedete mich ein traumhaft roter Abendhimmel.

Stettin

Mit der Regionalbahn fuhr ich direkt von Kolberg nach Stettin in zweieinhalb Stunden für Fr. 8.-. Bei der ersten Entdeckungstour konnte ich nichts Beeindruckendes finden. Doch der Sonntag liess bei blauem Himmel und Hitze die Schönheiten der Stadt erkennen.

Das Schloss der pommerschen Herzöge
Die bunten Häuser am Heumarkt beim alten Rathaus
Die Hakenterrasse
Der Brunnen auf der Hakenterrasse
Aussicht auf die Oder
Sonntagsmarkt mit vielen Blumen und Pflanzen
An der Oder lässt es sich wunderbar flanieren, fein essen oder gar zu einer Hafenrundfahrt starten

Als Feierabend-Tour wählte ich die „Goldene Route“

Nach einer endlos langen, geraden Strasse, tauchte das Gebäude der Stadtverwaltung auf. Dahinter liegen kilometerweite Parks mit Springbrunnen und einigen Denkmälern, u.a. für Papst Johannes Paul II und dieTat der Polen. Danach führt der Weg in einen Wald, wo sich plötzlich der Blick auf einen tiefer liegenden Weiher öffnet.
Nach dem Sieben-Mühlen-Tal ging ich entlang der nicht schönen, aber doch abwechslungreicheren Hauptstrasse.

Sehr schwer fiel mir der Abschied nicht von Stettin. Doch der letzte Abend war traumhaft sommerlich. So spazierte ich nochmals über den Heumarkt zur Promenade an der Oder, chillte in einem Liegestuhl und genehmigte mir einen Abschiedsdrink.



Posen

Vier Stunden Bahnfahrt, wie meist zu ca. Fr. 15.-, führten mich nach Posen. Eindrücklich ist immer wieder die Landschaft: Seit der Schweizer Grenze flach, Wiesen, Wälder, Felder. Die Schweiz ist wirklich ein landschaftliches Paradies.

Die Anzeige im Zug meldete 35°C. Da gönnte ich mir ein Taxi zum Appartement (Fr. 5.-). Die Codes passten, Gepäck reingestellt, und ab in die City.
Der alte Markt begeisterte mich sofort.

Das alte Rathaus
Brunnen, bunte Häuser und Restaurant an Restaurant.

Nach einem arbeitsreichen Vormittag mit Wäsche nutzte ich die Mittagspause zur Erkundigung der Dominsel und des Malta-Sees. Dieser entstand durch die Stauung eines Flusses und dient als Austragungsort von internationalen Ruderregatten. An seinem Ufer wurde ein Thermalbad gebaut, eine künstliche Skipiste, eine Sommerrodelbahn, ein Hotel, usw. Eine Dampfbahn lädt zu einer Fahrt entlang des Ufers.
Ich kaufte mir einen Cappuccino, legte mich in einen Liegestuhl und bewunderte die Kunststücke einer jungen Skiterin. Sie hielt sich an einem Seil, welches an einem über dem See gespannten fixiert war und von einer Dame gesteuert wurde. Der Trainer filmte im Wasser die Kunststücke. Eindrücklich!


Am Feierabend ging ich zum Bahnhof, um mir das Ticket nach Breslau zu kaufen. Auf dem Weg konnte ich viele Gebäude und Parks bewundern.

Porta Posnania, ein moderenes Zentrum mit multimedialer Ausstellung über die Wurzeln des polnischen Staates
3D-Wandmalerei zur Geschichte des Quartiers Srodka
Park mit Blick zur Poznaner Philmarmonie
Das Kaiserschloss

Viele Kilometer bin ich heute gegangen und belohnte mich mit einem feinen Essen auf dem schön beleuchteten alten Markt. Eine wundervolle Atmosphäre, ein traumhafter Sommerabend. Der letzte?

Breslau

Hauptbahnhof

Sonntagsspaziergang

Erstmals las ich von der Jahrhunderthalle in Breslau vor einigen Tagen. Ich sah mir dazu eine TV-Dokumentation an und wollte das Bauwerk unbedingt in natura sehen.

Der Weg führte über eine Brücke mit Blick auf die Kathedrale.

Weiter schlenderte ich entlang der Oder, durch Parks, über Sand, vorbei an einer Schleuse und am Poly Technikum, welches mit einer Schwebebahn mit der gegenüberliegenden Flussseite erreichbar ist.

Das Poly Technikum ist mit einer Schwebebahn von der
Am Oderufer entdeckte ich mal Architektur der anderen Art.
Der Brunnen hinter der Jahrhunderthalle wird umschlossen von einem mit Pflanzen umrankten Weg.
Die Jahrhunderthalle ist von endlosen Parks umgeben sowie vom alten japanischen Garten .
Eindrucksvoller Film über die „Jahrhunderthalle in Breslau (Wroclaw), Polen“,
05.07.2020 ∙ Schätze der Welt ∙ SWR Fernsehen

Unterführung in Breslau mit Fahrradstreifen. Diese sind geteert statt gepflastert, haben eigene Strassenübergänge und offenbar ein dicht ausgebautes Netz.
Servicestation für Biker
Nicht zu vergessen die Zwerge. Sie gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Mehr als 300 verschiedene sind auf Stadtgebiet verteilt. Sie sind aus Kupfer und ca. 30cm hoch.
Abschied von Breslau bei einem Nachtspaziergang über den alten Markt, vorbei am Rathaus.

Auf zur letzten Station – ein perfekter Tag!

Bis zum Auschecken um 11 Uhr arbeitete ich noch. Auf dem Bahnhof blieben mir eineinhalb Stunden zu überbrücken. So investierte ich meine restlichen Zlotis beim Mac in Kaffee und Hefeschnecke.
In Dresden kam ich in eine „Grossstadt“. Der Weg zum Hotel im Zentrum ist gesäumt von Shopping-Tempeln. Als sich der Platz vor mir öffnete, die Frauenkirche in der Abendsonne strahlte, war ich gerührt und beeindruckt. Ich stellte den Koffer ins Hotel und ging bei den letzten Sonnenstrahlen die Altstadt erkunden. So viel Pracht – kaum zu erfassen!

All die Eindrücke konnte ich bei einem feinen vietnamesischen Essen nachklingen lassen.

Der letzte Tag! In der Mittagspause tue ich was für die Fitness und besteige die Kuppel der Frauenkirche. Nicht nur das Innere dieses Bauwerkes ist eindrücklich, die Aussicht ist geradezu atemberaubend.

Abends wechsle ich die Flussseite und entdecke die Neustadt. Durchaus einen Besuch wert. Die Fussgängerzone bietet eine Allee, gesäumt von Geschäften. Links lassen sich in Passagen Kunsthandwerk und Ausgefallenes entdecken. Die Königsstrasse ist gesäumt von Barockbauten und endet bei einem Palast mit Springbrunnen. Nicht zu vergessen: Der goldene Reiter:

Auf dem Rückweg über die Brücke versinkt gerade die Sonne blutrot am Horizont. 19 Uhr und schon fast finster. Zu früh um ins Hotel zurückzukehren. So geniesse ich davor noch einen Abschiedsdrink.

Auf der Heimreise mache ich noch einen Stopover in Regensburg, wo ich in dern 80ern lebte. Danach zwingt mich Corona zurück in die Schweiz. Doch das nächste Highlight wartet auf mich: Bald kann ich das Snowboard aus dem Keller holen.

Letzte Etappe am 10.10.2020: Von München mit dem DB-Bus nach Zürich HB.



Typisch Polen

  • Die Menschen sind sehr höflich und hilfsbereit. Die meisten sprechen englisch, manche auch deutsch. Sie sind sehr kultiviert und ruhig. Nirgendwo ist es lärmig.
  • Alte Menschen sind kaum zu sehen, ausser am Meer. Kinder hörte ich nie weinen, schreien oder trotzen.
  • Die jungen Frauen sind sehr gepflegt und stilvoll gekleidet, modern, aber nie «billig» oder tussig.
  • Kellner und Taxi-Fahrer runden den Preis eher ab als auf und bedanken sich fast überschwänglich für Trinkgeld. Nie verlangten sie mehr.
  • Es ist überall unglaublich sauber, nirgendwo Abfall.
  • Nie hörte ich ein Auto hupen. Es wird sehr entspannt und rücksichtsvoll gefahren. Bevor man beim Überqueren der Strasse nach Autos schaut, stehen dieses bereits still und lassen einem den Vortritt.
    In Kolberg, Stettin und Posen nervten jene, die ihre Motoren aufheulen lassen.
  • Restaurants, Take aways, Cafés und Stände mit Süssigkeiten gibt es sehr viele. Einkaufszentren in Grossstädten scheinen mir moderner als bei uns.
  • Fast alle Strassen und Bürgersteige sind mit Pflastersteinen ausgelegt – gutes Schuhwerk empfehlenswert!
  • Polizei sah ich kaum. Zweimal beim Kontrollieren von offenbar Obdachlosen. Nicht erstaunlich, begegneten mir bloss fünf.
  • Erst später fiel mir auf, dass ich in Polen bloss einen schwarzen Menschen sah, keine Frau mit Kopftuch, keine „Flüchtlinge“. Polen weigert sich welche aufzunehmen, da diese nicht zu ihrer christlichen Tradition passen.

Preise ÖV pro Person – Fernzüge und Busse gebucht auf https://www.thetrainline.com/de/bahn/europa

Zürich – Prag                                          Fr.      62.–

Bahn:         Stuttgart – Nürnberg
DB-Bus:      Nürnberg – Prag

Prag – Krakau                                         Fr.      28.–

Bahn:         Prag – Ostrava (Grenze)
Bus:           Ostrava – Krakau

Die Züge sind modern und sauber (teils Stadler), die Anzeigen und Ticketautomaten digital und detailliert.
Auf dem Bahn- und Busticket steht immer die Sitzplatz-Nummer.
In Bahn- und Bus-Ticket ist meistens eine Flasche Wasser und Kaffee nach Wahl inbegriffen.
In Fernbussen hat jeder Fahrgast einen Bildschirm mit Internet, Unterhaltungsprogramm, News, Filmen, … zu Kaffee und Wasser!
Ü60 Erhalten auf IC-Linien 30% Rabatt, auf Regionalzügen 25%.


Unterkunft-Suche – Infos für Neulinge auf booking.com, wie ich

Ausser 4*- und 5*-Hotels sind Unterkünfte, Ferienwohnungen, B&B, Garni, usw. kaum mehr angeschrieben und haben keine Reception. Self check-in ist angesagt, selbst in Hotels wegen Corona.
So ist man gezwungen auf booking.com zu buchen. Hat das geklappt, unbedingt Mails mit Infos abwarten, denn am Zielort hat man meist kein Wifi um die Zugang-Codes abzurufen.
Es gibt meistens einen Code für die Haustüre (manchmal sogar für den Innenhof), die Wohnungstüre und die Zimmertüre. Im Zimmer kann eine Karte liegen, welche dann als Schlüssel dient.
In Hotels kann es an der Reception Safes haben, in denen der Zimmerschlüssel und weitere Infos bereitliegen. Leicht zu finden, kennt man den Code für seinen Safe. Es gibt auch Code-Tastaturen, die nach vorne gekippte werden können, um den Schlüssel dahinter rauszunehmen.


Wäsche – laundry service

Das war eines meiner Reise-Highlights der letzten Jahre – der Waschservice! Er war dringend nötig. Ich erinnerte mich an die aufwändigen Waschtage in Asien. Hatten wir mal ein Zimmer mit Bad und hatten Platz zum Spannen unserer Wäscheleine, bestellten wir einen Eimer heisses Wasser, welches auf dem Holzfeuer erhitzt wurde, was dauerte. Entsprechend sparsam gingen wir damit um, hofften noch auf eine warme Dusche. Dieses Ausringen, die Jugi-Schlafsäcke, die russigen Kleider von den Dampfloks, ….
In Australien machten mich die Wasch-Salons total glücklich: Einfach Wäsche und Pulver in die Trommel, Geldstück einwerfen und «Start». Noch heute schätze ich jeden Waschgang im Automaten.

Doch irgendwann musste es nun 2020 in Polen sein. In der Villa Mare in Leba gab es mehrere Ferienwohnungen und Zimmer. Möglicherweise eine Waschmaschine und Tumbler? Ich fragte danach und laundry service. Kein Problem, sagt der Gastgeber. Ich soll die Wäsche bringen, dauert vier Stunden und kostet Fr. 5.-. Woww, ich konnte es nicht fassen! Was für ein Service. Unglaublich! Und es klappte!