2020 Prag – Polen

2020, 25. August bis 9. September
Prag – Krakau – Warschau – Torun – Sopot/Danzig – Leba – Ustka

Wohin reisen in Zeiten von Corona? Jedes Land passt seine Liste der Risikoländer laufend an und kann eine Quarantäne von zehn Tagen nach der Heimkehr verordnen.
So entscheiden wir uns kurzfristig für Polen via Prag. Per Bahn über Stuttgart nach Nürnberg, von dort werden wir acht Passagiere im DB-Bus nonstop nach Prag chauffiert (ZH-Prag Fr. 62.-).

Ankunft mit DB-Bus am Bahnhof Prag

Bei Nacht erkunden wir gleich die Stadt. Was für ein Lebensgefühl – wie vor Corona! Wenige Touristen, und dennoch mehr als erwartet.

Karlsplatz


Am Mittwoch schlendern wir durch die Altstadt, hoch auf den Burgenhügel durch wunderschöne Strässchen bis zum Eifelturm (Nachbau 1:5), den ich zu Fuss erklimme um die tolle Aussicht zu geniessen. Das Dinner unter der Karlsbrücke schliesst den eindrucksreichen Tag ab, den wir in der Bar neben unserem Hotel ausklingen lassen.

Eiffelturm im Massstab 1:5
Aussicht vom „Eiffelturm“


Am Donnerstag bleiben wir diesseits der Moldau, besuchen nach einem feinen Kaffee auf der Insel das tanzende Haus, den botanischen Garten der Uni, den Platz beim Museum. Nach weiteren Kilometern durch die Altstadt geniessen wir den herrlichen Sommerabend auf dem Karlsplatz.

Restaurant Zofin
Das tanzende Haus
Beim Libanesen/Asiaten Nähe tanzendem Haus


Die Reise nach Krakau schenkt uns sechs Stunden Pause. Bis zur Grenze fahren wir im Zug, danach im Bus (26.-). Im Zug erhält jeder Reisende gleich eine Flasche Wasser, auch ein Kaffee nach Wahl ist im Fahrpreis inbegriffen.
Wir wohnen im trendigen Quartier, im www.astoriahotel.pl.
Krakau by night, Wochenende, Hochsommer! Viele Touristen, Bars, Restaurants, entspannte Stimmung. Wir schlendern durch die Altstadt und geniessen das Flair.


Nach Auschwitz wählten wir den öffentlichen Bus (stündlich Abfahrten, ca. 2 Stunden Fahrzeit, Fr. 3.- pro Weg). Der Museumsbesuch dauert dreieinhalb Stunden und führt erst durchs Museum und nach Transfer per Bus durch Birkenau.


Am Sonntag flanieren wir hoch zur Burg und schlendern entlang der Weichsel, bevor wir mit der Bahn nach Warschau reisen. Wie wir es dort schafften, zwei Stunden für die 200m vom Bahnhof zum Host zu benötigen, möchte ich hier nicht im Detail schildern. (An welchem Bahnhof sind wir? Welche Richtung? Falsch interpretierte Codes. ….). Auf dem kurzen Weg überraschte uns ein Gewitter – wir schafften es gerade noch zu einem Unterstand. Weiter gingen wir in Flipflops. Das Wasser schaffte es bis zu den Kleidern im Koffer.

Warschau wurde wie Danzig im 2. Weltkrieg total zerstört. Die Altstadt wurde wieder auf-/nachgebaut.

Nur einen Tag blieben wir in der Stadt. Leider, denn sie überrascht mit stimmungsvollen Boulevards und Plätzen, pompösen Palästen, romantischen Parks. Zufällig entdeckten wir den riesigen Dachgarten der Uni-Bibliothek, den wir ausgiebig erkundeten: Bänke, Biotop, Aussicht, Architektur und Flora beeindrucken.
Die Altstadt war nahezu menschenleer.

Einkaufscenter beim Bahnhof Centrum
Gewitter und Sturm
Garten und Park auf dem Dach der Uni-Bibliothek


Warschau – Torun, 235 km, Fr. 10.-

Am Dienstag überraschte uns die Schönheit von Toruns Altstadt. Die Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Strassencafés, Backsteinbauten und verzierte Hausfassaden sorgen für eine romantische Stimmung. Vor Corona stoppten zwanzig Busse mit Besuchern pro Tag, nun noch einer pro Woche.

Ein besonderer Empfang beim Eingang in die Altstadt
Kopernikus-Haus
Der schiefe Turm
Typisch in Polen. Gutes Schuhwerk empfehlenswert

Unser Hotel Polonia liegt sehr zentral, die Sehenswürdigkeiten sind in wenigen Gehminuten erreichbar.


Bei Regen und 15°C fahren wir mit dem Zug ans Meer, nach Sopot, ein Touristenort bei Danzig. Hier, in unserer Ferienwohnung fühlen wir uns nun angekommen in Polen.

3.9.2020
Mit der S-Bahn (Fr. 1.10/Weg) sind wir am Donnerstag innert kürzester Zeit in der City von Danzig und geniessen einen wundervollen Tag.

Die Stadt war 1945 total zerstört, wurde danach wieder aufgebaut.

Neptunbrunnen
Grünes Tor am langen Markt
Am rechten Ufer wurde die Architektur der Altstadt in modernen Neubauten auf eindrückliche Art umgesetzt.

Nach den vielen Eindrücken der Stadt schlenderten wir bei Sonnenuntergang zurück Richtung Unterkunft, genossen an einem Tisch im Sand noch das Dinner.

Schwäne im Meer!?

4. und 5. 9.2020 Halbinseln: Hel und Krynica Morska

Nach vielen Tagen in Städten wollen wir diesen Freitag am Beach verbringen. Wir nehmen um 10.30 Uhr die Fähre in Sopot nach Hel (nur eine Verbindung pro Tag, zurück um 15.40 Uhr, Fr. 10.- pro Weg), auf einer Halbinsel, ein schmaler Landstrich im Meer, teils nur 200m breit. Im Norden kilometerweiter Sandstrand. Wir liefen und liefen, ….
Zurück per Bahn von Hel nach Sotop, 86 km, Fr. 4.50.


Nach Krynica Morska fuhren wir ab Danziger HB mit dem Bus für Fr. 4.- pro Weg, 1 3/4 Std. Fahrt. Der Ausflug mit Driver in den nächsten Ort Richtung russischer Grenze hat sich nicht wirklich gelohnt. Die Grenze ist einzig auf dem Sandstrand erreichbar, ca. 3km. Die Dünen auf dem Weg sind bewaldet. Ein Vogel-Beobachtungsturm wird Ornithologen begeistern.


6.9.2020 Sotop – Leba

Am Sonntag reisen wir im voll besetzten Zug von Sotop nach Lebork (Fr. 5.50, 68km), im Minibus (Fr. 2.50) nach Leba, wo uns schon ein Taxi erwartet. Die Driver sind bestens vernetzt (!) mit den Hoteliers, den Angestellten auf dem Tourist Office, ….

Nach dem Spaziergang am Strand mit Waffel (gibt es hier überall) inspizieren wir das Städtchen. Nett, alles ist da, was man als Tourist so braucht.

Am Montag wandern wir fast 20 km weit. Im Nationalpark warfen wir einen Blick auf den riesigen See. Ein Spazierweg führt durch den Wald und endet nach ca. 7 Kilometern auf einer riesigen Sanddüne.



Unser nächstes Ziel an der Ostsee ist Ustka. Mit Minibus zurück nach Lebork, Bahn nach Slupsk (51km, Fr. 3.50), S-Bahn nach Ustka (18 km, Fr. 1.50).
Ein schönes Städtchen, Traumstrand wie immer, Promenade am Meer mit Restaurants. In der Tawerna.columbus.pl genossen wir Stunden nach dem Dinner gleich noch den Abschiedstrank bei Sonnenuntergang. Es war unser letzter Abend. Am Mittwoch reiste meine Freundin nach Berlin – Zürich.

Schwenkbare Fussgängerbrücke über die Hafeneinfahrt
Tawerna Columbus

Nun beginnt mein Leben als digitale Nomadin. Wenn du mitreisen willst: https://www.travel-memories.ch/2020-polen-2/



Typisch Polen

  • Die Menschen sind sehr höflich und hilfsbereit. Die meisten sprechen englisch, manche auch deutsch. Sie sind sehr kultiviert und ruhig. Nirgendwo ist es lärmig.
  • Alte Menschen sind kaum zu sehen, ausser am Meer. Kinder hörte ich nie weinen, schreien oder trotzen.
  • Die jungen Frauen sind sehr gepflegt und stilvoll gekleidet, modern, aber nie «billig» oder tussig.
  • Kellner und Taxi-Fahrer runden den Preis eher ab als auf und bedanken sich fast überschwänglich für Trinkgeld. Nie verlangten sie mehr.
  • Es ist überall unglaublich sauber, nirgendwo Abfall.
  • Nie hörte ich ein Auto hupen. Es wird sehr entspannt und rücksichtsvoll gefahren. Bevor man beim Überqueren der Strasse nach Autos schaut, stehen dieses bereits still und lassen einem den Vortritt.
  • Restaurants, Take aways, Cafés und Stände mit Süssigkeiten gibt es sehr viele. Einkaufszentren in Grossstädten scheinen mir moderner als bei uns.
  • Fast alle Strassen und Bürgersteige sind mit Pflastersteinen ausgelegt – gutes Schuhwerk empfehlenswert!

Preise ÖV pro Person – Fernzüge und Busse gebucht auf https://www.thetrainline.com/de/bahn/europa

Zürich – Prag                                          Fr.      62.–

Bahn:         Stuttgart – Nürnberg
DB-Bus:      Nürnberg – Prag

Prag – Krakau                                         Fr.      28.–

Bahn:         Prag – Ostrava (Grenze)
Bus:           Ostrava – Krakau

Die Züge sind modern und sauber (teils Stadler), die Anzeigen und Ticketautomaten digital und detailliert.
Auf dem Bahn- und Busticket steht immer die Sitzplatz-Nummer.
In Bahn- und Bus-Ticket ist meistens eine Flasche Wasser und Kaffee nach Wahl inbegriffen.
In Fernbussen hat jeder Fahrgast einen Bildschirm mit Internet, Unterhaltungsprogramm, News, Filmen, … zu Kaffee und Wasser!

Krakau – Warschau   Bahn                      Fr.      12.—
Warschau – Danzig    Bahn                      Fr.      15.—
Sopot – Danzig    U-Bahn                          Fr.        1.15
Sopot – Hel   Fähre, 1 x tägl.               Fr.      11.50
Hel – Sopot   Bahn                                      Fr.        3.50
Tram Polen 20 Minuten                           Fr.         -.45


Unterkunft-Suche – Infos für Neulinge auf booking.com, wie ich

Ausser 4*- und 5*-Hotels sind Unterkünfte, Ferienwohnungen, B&B, Garni, usw. kaum mehr angeschrieben und haben keine Reception. Self check-in ist angesagt, selbst in Hotels wegen Corona.
So ist man gezwungen auf booking.com zu buchen. Hat das geklappt, unbedingt Mails mit Infos abwarten, denn am Zielort hat man meist kein Wifi um die Zugang-Codes abzurufen.
Es gibt meistens einen Code für die Haustüre (manchmal sogar für den Innenhof), die Wohnungstüre und die Zimmertüre. Im Zimmer kann eine Karte liegen, welche dann als Schlüssel dient.
In Hotels kann es an der Reception Safes haben, in denen der Zimmerschlüssel und weitere Infos bereitliegen. Leicht zu finden, kennt man den Code für seinen Safe. Es gibt auch Code-Tastaturen, die nach vorne gekippte werden können, um den Schlüssel dahinter rauszunehmen.


Wäsche – laundry service

Das war eines meiner Reise-Highlights der letzten Jahre – der Waschservice! Er war dringend nötig. Ich erinnerte mich an die aufwändigen Waschtage in Asien. Hatten wir mal ein Zimmer mit Bad und hatten Platz zum Spannen unserer Wäscheleine, bestellten wir einen Eimer heisses Wasser, welches auf dem Holzfeuer erhitzt wurde, was dauerte. Entsprechend sparsam gingen wir damit um, hofften noch auf eine warme Dusche. Dieses Ausringen, die Jugi-Schlafsäcke, die russigen Kleider von den Dampfloks, ….
In Australien machten mich die Wasch-Salons total glücklich: Einfach Wäsche und Pulver in die Trommel, Geldstück einwerfen und «Start». Noch heute schätze ich jeden Waschgang im Automaten.

Doch irgendwann musste es nun 2020 in Polen sein. In der Villa Mare in Leba gab es mehrere Ferienwohnungen und Zimmer. Möglicherweise eine Waschmaschine und Tumbler? Ich fragte danach und laundry service. Kein Problem, sagt der Gastgeber. Ich soll die Wäsche bringen, dauert vier Stunden und kostet Fr. 5.-. Woww, ich konnte es nicht fassen! Was für ein Service. Unglaublich! Und es klappte!