1990/1991 Indien-Nepal Tagebuch

 

1990 Indien     8.12.1990 bis 5.2.1991

8.12.1990 Delhi, Hotel Cama

Regierungsgebäude in Delhi
Lotus temple in Delhi
Lotus-Tempel in Delhi
Es soll Glück bringen, diese Säule inter dem Rücken umarmen zu können

Micha fuhr uns nach Frankfurt. Abflug mit eineinhalb Stunden Verspätung. Flug langweilig, Essen sehr gut.
Mein Rucksack kam an, der von Max flog vermutlich nach Bombay weiter. Formalitäten dazu unproblematisch, scheint öfter vorzukommen. Rucksack müsste heute um 19.50 h ankommen – wir sind gespannt!
Geldwechseln auf dem Flughafen natürlich langwierig. Als ich endlich an die Reihe kam, ging das Geld aus – weitere Verzögerung.
Draussen war es unerwartet kalt, waren froh um unsere Pullover. Mit dem Bus zum Connaught Place, Belästigungen, Sunny’s Guest House ausgebucht, per Scooter ins Cama. Hier für 165 Rp (Fr. 11.-) heisse Dusche, Klimaanlage, Radio, Room Service – luxuriös!
Nach fünf Stunden Schlaf gingen wir gestern zu Fuss zum Connaugt-Place. Kaum angekommen, biegen zwei Elefanten ums Eck – wie bestellt!
Nach dem zu Fuss-Heimweg Speis und Trank draussen – schön und gut.
Heute Sightseeing-Tour von 9.30 bis 17 Uhr. War gut, etwas anstrengend.

10.12. Agra

Taj mahal india

Gestern Frühstück im Bett, dann weitergeschlafen bis 14 Uhr! Zu Fuss zum Bahnhof, Tickets nach Agra gekauft und abends um 19 Uhr gefahren. Zuerst in der falschen Klasse gesessen, dann in letzter Sekunde gewechselt und knapp Sitzplätze gefunden (2 Inder machten uns Platz). Scooter und Hotel ohne Probleme gefunden.
Heute Sightseeing-Tour Taj Mahal und Fort. War herrlich, kaum Belästigungen, keinen Abriss!

Taj Mahal agra

Hotel hier sehr gut, DZ 75 Rp, Dachterrasse, vor dem Haus zwei Tischchen. Frühstück draussen sehr interessant: Kuh- und Pferdewagen passierten sowie Kamel, Moslem-Beerdigung. Affen turnen rum.

Hotels mit Aussicht

Eingang zum Taj fünf Minuten von hier durch wunderschöne Gässchen. Walkten vorhin durch den Basar – herrlich!
Einziger Nachteil: die nahe Moschee!!

12.12.
Gestern Fahrt mit dem öffentlichen Bus nach Fatehpur Sikri.

fathepur sikri
Temple in Fathepur Sikri

Schöne Anlage, grosser Palast, Fort hier hat uns dennoch viel mehr beeindruckt. Hatten vor dieser Fahrt auch die Bahntickets für heute 23 Uhr nach Varanasi gekauft – ohne Probleme! 2nd Sleeper.
Gestern erste Karten und Brief geschrieben.
Heute 10 Uhr Check out, Frühstück beim Yum Yum. Jetzt sitzen wir auf einer Bank vor dem Taj, um uns zig «Eichhörnchen». Einfach herrlich. Müssen noch die nächsten zwölf Stunden bis zur Bahnabfahrt totschlagen.

14.12. Varanasi / Benares

ghats in benares
An den Ghats in Benares
ganges benares
Am frühen Morgen am Ganges
bath in holy ganges
Das Bad der Gläubiger im heiligen Ganges

boat on ganges

Kühe auf der Strasse in Benares

Zeit totgeschlagen beim Essen, Spaziergang, Tee im Hotel, Pommes (meist bei Kerzenlicht).
In Zug eingestiegen, Plätze gefunden, Chaos – und plötzlich war Max’ Handtasche weg. Grösster Verlust: Fotoapparat. Glück im Unglück: keine Papiere, kein Geld oder Schecks weg.
23.15 Uhr Abfahrt, 17 Stunden unterwegs. Einigermassen gut geschlafen.
Problem hier: Unruhen in der Altstadt, keinen Zugang. Hotel Nähe Bahnhof, teuer, aber kaum andere Möglichkeit. Leider alle Strassen im Umkreis wie ausgestorben, da scheinbar Versammlungsverbot. Fahrzeuge können nur mit Sondergenehmigung passieren, überall Polizei.
Also so rasch möglich weiter nach Kathmandu. Heute wegen Unruhen kein Bus gefahren. Morgen?
Mit Max’ Tasche sind auch seine Passbilder weg. Da hier alles geschlossen, mussten wir welche «hinter» dem Bahnhof besorgen. War leichter als gedacht. Die Wartezeit nutzten wir zum Rumschauen. Drüben alles ziemlich «normal».
Nach vier Stunden Marsch warten wir nun im Hotelzimmer auf den bestellten Tee. Zeitung lesen und das gestern erlernte Canastra spielen – Relaxing!

16.12.1990 Nepal

Heiliger Mann in Nepal

katadyn filter for safety water
Tägliches Wasserabpumpen mit Katadyn
Menukarte in nepalesischem Restaurant

Bus fuhr also gestern, 175 Rp pro Person inkl. Übernachtung und Frühstück. Mussten um 6.30 Uhr Hotel verlassen. Da Scooter-Fahrer 10 Rp verlangte, gingen wir zu Fuss, verpassten die Abzweigung und gingen einen Riesenumweg. Schliesslich nahmen wir doch eine Rikscha und kamen kurz nach 7 Uhr an. Frühstück, Gepäck auf dem Dach verstauen, schliesslich konnten wir (ca. 10 Personen) um 9 Uhr doch noch starten. Bequemer Direktbus, neun Stunden Fahrt, Grenzübertritt zu Fuss, Abmeldung Indien, Visa Nepal, alles schnell und ohne Probleme, nicht mal ein Foto wurde verlangt!!
Unterkunft im Nepal Guest House, sehr einfach, aber ok. Abends mit Mitreisenden im Resti, gute Unterhaltung. Heute um 6 Uhr Tagwacht, Bus sollte um 7.30 Uhr starten, Abfahrt effektiv um 9.30 Uhr. Dafür Zeit zum Geldwechseln. Sind eben ca. 15 Minuten gefahren mit etlichen Kurz-Stopps. Seit zehn Minuten wird der Bus repariert – fängt ja gut an! Wann wir wohl in Kathmandu «landen» werden?

Nur ein Halt, oder Bus defekt?
Einmal mehr …. defekter Bus

 

17.12. Kathmandu
Kurze Zeit später wurde der Bus gewechselt, bekamen einen viel besseren mit grossen Fenstern. Fahrt durch schöne Landschaft, entlang eines Flusses. Unterwegs gesehen: Einen auf die Seite gekippten Bus, einen auf dem Dach liegenden LKW und einen umgekippten. Doch wir kamen gut an, nach zwölf Stunden, um 21 Uhr. Erstes Hotel ganz schlecht, zweites kaum besser, blieben aber vorerst.
Heute nach dem Frühstück sind wir umgezogen. Jetzt haben wir ein schönes, grosses Zimmer mit heisser Dusche und Toilette. Ersteres haben wir besonders genossen nach zwei Tagen ohne Dusche.
Haben gleich die nächste Umgebung ausgekundschaftet. Ist wunderbar hier, sauber und ruhiger als in Indien.
Es gibt wunderschönen Silberschmuck, Textilien und Bilder. Haben uns heute aber vor allem für Fotokameras interessiert. Viele Shops führen welche, waren positiv überrascht und erleichtert. Kauften eine Autofocus mit Blitz und Tele für Rp 3’250 = DM 160.-. Kauften auch gleich einen Test-Papierfilm – gerade ist Max unterwegs um die Abzüge zu holen.
Haben heute nach dem Duschen erstmals seit zehn Tagen ganz frische Kleider angezogen! Die verstaubten lassen wir nun reinigen.
Es gibt hier viele schöne, gemütliche Restaurants mit einer Riesenauswahl. Um 22 Uhr ist jedoch alles bereits geschlossen. So mussten wir uns gestern nach der Ankunft mit Tee und Kuchen begnügen.
Das einzige Problem ist die Kälte!
Neuer Weltempfänger funktioniert leider nicht. Etliche Versuche, einen deutschen oder Schweizer Sender zu empfangen sind bisher gescheitert. Vor allem laufen die Batterien immer sofort aus.

Tempel in Kathmandu

20.12.
Haben inzwischen Patan ausgekundschaftet und Bhaktapur. In beiden Städten gibt es wunderschöne Plätze mit Pagoden, doch inzwischen sahen wir genug davon. Morgen wollen wir weiter nach Pokhara.
Zeitung von gestern: Temperatur tagsüber 20° bis 23°C, nachts 0° bis 2°C!! Haben uns mittlerweile an die Kälte gewöhnt und heute endlich, nach drei Tagen, unsere gewaschenen Pullis zurückerhalten!
Zurück zur Zeitung: Weiterhin Unruhen in Indien, besonders in Agra, Taj war während drei Tagen geschlossen. Varanasi bleib unerwähnt, hoffentlich wieder alles normal.
Seit vorgestern tragen wir einige geschriebene Postkarten und einen Brief mit uns herum – die Postangestellten streiken!
Wohnen übrigens im Hotel Surat, am Hauptplatz mit Blick auf das dortige Geschehen. Haben sogar einen kleinen Balkon und natürlich heisse Dusche für Rp 100.- = DM 5.-.

 

21.12.
Heute schlug der Versuch fehl, einen Bus nach Pokhara zu erwischen. Der letzte fährt um 9 Uhr und nicht wie im Buch erwähnt um 15 Uhr. Also mit Scooter zurück zum GPO und hier eine Unterkunft gesucht – und gefunden. Sicherheitshalber Tickets für Touristenbus gekauft. Abfahrt ganz in der Nähe um 7 Uhr.
Heute war grosser Shopping-Tag: 2 Armreifen, 3 T-Shirts, Indien-Reisebuch und Proviant für morgen.

23.12. Pokhara

lake pokhara nepal

nepal kathmandu und pokhara

Gestern also früh aufgestanden, Stress, kein Frühstück, kurz vor 7 Uhr auf «Bus-Stop». Nach einer halben Stunde erfahren, dass unser Bus unterwegs war, dann aber einen Platten hatte. 8.30 Uhr Abfahrt mit Ersatzbus (zweites Mal bei zweiter Fahrt!). Irgendwann Stopp, stiegen aus, machten es uns bequem in der «Lovers Hut», bestellten Lunch, waren guter Dinge – Bus hupt, alle Mitreisenden schon drin! Weiterfahrt ohne Lunch – Lunchpause nach sechs Stunden Fahrt. Ganze Strecke ist eine Baustelle, unsere Sitzreihe wurde bei einem «Flug» aus der Verankerung gerissen. Ankunft auch hier bei Dunkelheit.
Erster Eindruck: Lake Side Strasse könnte Kuta sein. Wenig Touristen, alle Restaurants leer. Dinner, Canasta, früh zu Bett, warm und angenehm.
Morgens Freude auf Dusche und Haarwäsche, doch kein heisses Wasser! Bestellten welches in Kübeln. Nach Körperreinigung etwas Wäsche gemacht.
Gegen Mittag Frühstück im Baba, sehr schön, auf der einen Seite See, auf der anderen Berg-Panorama. Ruhiger Tag, Geld gewechselt, Pic Nic gekauft für morgen, Tee getrunken, auf dem Dach Karten gespielt.

25.12.
Gestern Frühstück im Hungry Eye, wo auch City Bus bestiegen, der dann mehrere längere Stopps einlegte. Schliesslich doch beim Old Basar angekommen: Start unseres Treks. Aufstieg acht Stunden, leichter als befürchtet. Kurz vor dem Gipfel Kaffeepause bei wunderschöner Rundsicht: unten ganzer See, Hügel mit Reisterrassen bis zuoberst – und natürlich Himalaya-Riesen. Aussicht auf diese von Bergspitze eher enttäuschend, denn wir sind noch immer ca. 70 Kilometer vom 8000er entfernt, so dass dieser nicht so gigantisch erscheint wie erwartet. Abstieg direkt nach Baidam: steiler, länger und schlechter begehbar als Aufstieg, aber viel schönere Gegend und Aussicht. Reisterrassen, rote Häuser, Weihnachtssterne, Kakteen, Steinmauern, Menschen, Tiere, Blumen. Max half einer Einheimischen beim «Bambusfällen». Es war auf jeden Fall ein wunderschöner «Weihnachts-Spaziergang», und wir freuen uns schon auf den nächsten Trek.
Heute Frühstück am See, in der warmen Sonne – herrlich. Danach Bus-Tickest nach Varanasi für übermorgen gekauft: 43 Rp pro Person.

27.12. Sonanti
Gestern Fahrrad gemietet, GPO, Yeti-Schlucht, welche wir nur von oben sahen, sehr eng, kein Abstieg möglich.
«Kleiner botanischer Garten» gegenüber «unserem» New Prince Hotel: sehr schön angelegt, blühende Sträucher wie Weihnachtssterne und Hibiskus, Bananenbaum.
Die Essensportionen sind viel zu gross. Wir packten schon zweimal Essen ein weil es uns peinlich gewesen wäre, es stehen zu lassen.
Gestern noch 20 Pakete Zigaretten eingekauft, das Stück ohne Filter 5 Rp, mit Filter 60 Rp!
Heute Busabfahrt um 4 Uhr! Fahrt hierher verlief ohne Zwischenfälle!

29.12. Varanasi
Vorgestern an der Grenze um 14 Uhr, Zeit im Resti totgeschlagen (Martin CH) und auf dem Bett Canasta gespielt. Leider kein Wasser vorhanden. (Ich meine, wir mussten an der Grenze übernachten, auf dem bisher härtesten Bett meines Lebens: ein Pritsche mit dünner Decke in kleinstem, dunklen Raum.)
Gestern mussten wir um 8.30 Uhr im Bus auf Medienseite sein. Abfahrt 10.30 Uhr. Viele Tibetaner fuhren mit, da diese Tag der Dalai Lama bei Varanasi weilt. Zudem viele Touris, manche mussten stehen.
Nach ca. ¼ Stunden hält der Bus. Bänke werden reingestellt. Ab und zu etwas am Bus repariert, nach drei langen Stunden gings weiter, nur eine Dinner-Pause, indisches Restaurant, Essen super, ohne Besteck, Toilette auf Wiese. Ankunft hier nach 16 Stunden!!
Rikscha zum goldenen Tempel, rumirren in engen, leeren Gassen, alle Lodges voll. Schliesslich können wir in einer schlafen, hinter der Türe zum Dach.

Hotel benares
Notbett vor der Tür aufs Dach, aufwärmen in Nepal

Hat getaugt, schliefen sehr gut (nach zwei kurzen Nächsten und zwei Tagen Busfahrt!).
Heute Morgen suchte Max mit einem Hotelboy per Motorrad Unterkunft. Packten dann unsere Sachen, genossen Yogi-Tee in einer Gasse, Einzug im Maharadja Hotel, i.O. aber teuer, 150 Rp.
Dann kam der grosse Augenblick: heisses Wasser wurde angeliefert! Duschen, Haare und Kleider waschen, danach in saubere – oh wie wunderbar!
Und los geht’s auf Entdeckungsreise, wunderbarer Basar in den engen Gassen: viele Stoffe, Kupfergegenstände, Schmuck, wunderschöne farbige Pulver (malte mir den Scheitel rot), Max kaufte sich eine kleine Holz-Shiva-Figur.

rikscha in benares
Ein Reicher lässt sich fahren

street in varanasi

Goldener Tempel von aussen und dann kamen wir zum Haupt-Ghat. Sehr beeindruckend. Auf Plattform gute Sicht, keine Touris. Ca. zehn Scheiterhaufen brennen, etwa alle Viertelstunde wird eine Leiche hingetragen auf einer Art Bahre (aus zwei Bambusstangen), in schöne Tücher gehüllt und mit Blumen geschmückt. Handelt es sich beim Toten um einen alten, singen die Männer. Frauen dürfen nicht zu den Verbrennungen, da sie weinen würden!! Überall riesige Holzbeigen, Verwandte des/der Toten müssen erst Holz bezahlen. Dann kommt Leiche auf Scheiterhaufen, Holzstangen darüber, zuoberst Reisig. Eine Verbrennung dauert ziemlich lange. Bei einer verkohlten Leiche waren deutlich der Oberkörper, Kopf und Arme zu erkennen. Mit langen Bambusstöcken wurde diese sich aufbäumenden Körperteile immer wieder ins lodernde Feuer gestossen, versucht, sie zu zerkleinern durch Hiebe auf den Kopf. (Mittlerweile gelesen auf https://www.tod-und-glaube.de/hinduismus.php: Hindus glauben an die Wiedergeburt. Jedes Lebewesen hat eine unsterbliche Seele, Atman genannt. Das Atman ist wie ein weiterer Körper im Körper des Menschen, bestehend aus Gedanken und Gefühlen, dem Ewigen des Menschen. Um es herauszulösen, wird der Schädel zerschlagen und der Leichnam verbrannt, damit das Atman zu Brahman zurückkehrt.)
Nicht verbrannt werden Kinder bis fünf Jahre, Sadhus (heilige Männer), Lepra-Kranke, von Kobras Gebissene und Schwangere. Diese Leichname werden mit Steinen beschwert, mit dem Holzboot (mit Angehörigen an Bord) in die Mitte des Ganges gefahren und dort ins Wasser gestossen. Konnten wir zweimal mitverfolgen. Waren von dieser Stelle sehr beeindruckt.
Danach im Affentempel, entlang des Ganges Richtung Norden, dann zurück durch die Gässchen, wo uns ein weiterer Leichenzug entgegenkam.

30.12.
Gegen Abend um 20.30 Uhr todmüde ins Bett. Heute waren wir um 7.15 Uhr am Ganges. Nicht sehr viel los (Samstag?), aber schöne Stimmung. Frühstück in einem Guest House und ausgedehnter Spaziergang durch die Gassen. Allerdings sind die meisten Shops geschlossen.

31.12.
Gestern Affen auf der Balustrade und einen im Zimmer, überfiel den Papierkorb. Gecko-Jagd vom Fenster unters Bett!
Heute GPO, Bank, Rikscha Fahrt Bahnhof, war sehr schön, totaler Stau, viel los, dann Tickets besorgt für Satna, reibungslos! Plätze reserviert für klassische indische Musik heute Nacht – es ist ja Silvester!

1.1.1991
Wunderschönen Silvester verbracht im Musik-Ashram. Musik teils aufgenommen. Super Tänzer – war einfach toll! Um Mitternacht gab’s Reis und Tee. Blieben bis zwei Uhr. An Silvester Gewitter und erster Regen. Heute früh kühl, jetzt wieder Sonnenschein. Verabschiedeten uns vom Ganges, kauften einige Holzfiguren und Nasenstecker! Max liess sich rasieren – erstmals sehe ich meinen Gatten «ohne»!!

indian barber
Max erstmals ohne

 

3.1. Kajuraho

kajuraho
Tempel in Kajuraho
sex scenes on temple in kajuraho
Szenen an Tempel in Kajuraho

Gestern mit Bahn nach Satna – Hotel India- 6.30 Uhr Bus nach Kajuraho. Ziemlich touristisch geworden, gutes Hotel, neu und sauber (Surya). Dusche, Haare waschen, Kleider waren nach wenigen Stunden auf dem Dach bereits trocken – wunderbar, alles sauber! Spaziergang durchs Dorf zu den drei Osttempeln. Schön, bloss Max hatte keinen Film, ich hatte den bereitgelegten natürlich aufgeräumt!
Vorgestern Tempel-Hauptgruppe besichtigt – beeindruckend! Kaum Touristen, ruhig, schöne Anlage. Abends jeweils gutes Essen: Thali.
Gestern 4.30 Uhr Abfahrt mit Jeep zum Nationalpark (nur wir zwei, 500 Rp/Jeep). Sehr kalt, konnten uns beim Parkeingang an einem Feuer wärmen und Tagesanbruch mit einigen jungen und alten Indern miterleben. Zusehen, wie Elefant geholt und «gesattelt» wurde.

Wir fuhren mit vier «Guides» im Jeep los. Morgenfrost! Leider nur zwei Tiere gesehen, keine Tiger. Tiefe, beeindruckende Schlucht, schöne Fahrt durch Grassteppe. Nach nur einer Stunde den Park verlassen – ziemlich enttäuscht, hatten mehr und länger erwartet, auch Proviant mitgenommen.

safari in India

Nach Rückkehr nachgeschlafen bis 14 Uhr. Spaziergang zum GPO. Max wollte Leder-Schnabel-Schuhe kaufen, doch trotz drei Anläufen keine passende Grösse. Haben in einem Shop Tee getrunken, Inhaber ist Sohn des Yogi, den ich letztes Mal dort traf. Er ist auch in unserem Indien-Buch abgebildet.
Heute um 9 Uhr Bus nach Guralion. Fahrt schnell, kurze Pausen, dennoch mühsam – der Hinter! Bus überladen. Suchten hier ein Hotel gemäss Reiseführer. Nach Irrfahrt herausgefunden, dass Hotel nicht mehr existiert. Danach Fahrt von Hotel zu Hotel: zu teuer, zu schlecht. Wieder am Busstand vorbei in andere Richtung. Zimmer gekriegt im Hotel Paradise für 110.- Rp. Scooter-Fahrer wollte schliesslich 20.-, gab Ärger und lange Diskussion. Wir gaben nach. Max verärgert. Aber Kaffee, Tee und gutes Essen im Zimmer konnten ihn etwas trösten.

8.1. Jaipur
Gestern «Aufstieg» zum Fort: Schöne Aussicht, Palast interessant. Weiter zum «weissen Tempel», der ein Sikh-Tempel ist und noch nicht ganz fertig gestellt. Schuhe ausziehen, Kopfbedeckung, Hände und Füsse waschen. Gebäude etwas kitschig.
Acht LKWs standen davor, «Reisebusse» einer Sikh-Schar.

Sikh temple in jodhpur
Sikh-Tempel in Jodhpur

sikhs in jodpur india

Sikh festival in jodhpur

In der Nähe ein Hindutempel. Etwa vierzig Sadhus sassen am Boden und erhielten Essen – wir auch. Dazu live-Tempel-Musik vor einem Opferstein, auf welchem ein Feuer brannte – mystisch und beeindruckend!

jodhpur temple
Tempel in Jodhpur

Kurzer Spaziergang zur Altstadt, dann Scooter-Fahrer gefunden für 10 Rp. Allerdings musste er später fragen, wo wir hinfahren und wunderte sich. Natürlich wollte er dann 20. Auch durch einen Spaziergang konnten wir ihn nicht abhängen, er wusste ja, wo wir wohnten! Natürlich dauerte es nicht lange, bis er an unserer Tür stand. Später kriegten wir seine Anfrage schriftlich in Englisch. Dieses Mal gewannen wir, doch war’s uns peinlich gegenüber den Hotelangestellten.
In Gwalior keinen einzigen Weissen gesichtet!
Heute um 6.30 Uhr Bus nach Jaipur. Express-Bus, genug Platz, alles ok!
Hier mit zwei Österreichern, Stefan und Christina (wollen nach ein Jahr lang reisen) zu Fuss zum Ever Green, dem Traveller-Treff. Echt toll, mit (Garten-) Restaurant, sauberes Zimmer (ausser Bettdecken) und WC mit weisser Dusche. Viele Weisse. Max lebte richtig auf. Ihm gefällt’s super!
Auf der Fahrt hierher sahen wir viele Pfauen, Geier und unzählige Kamele!

indian medicine man
Indische Medizin

11.1. Jaipur
Vorgestern mit Christina und Stefan im Palast der Winde, gemütlich, Zeit genommen, geshopt «nur» ein grosses Tuch.

palace of the wind Jaipur
Palst der Winde in Jaipur – bloss Fassade!
Jaipur camel in the street
Strassenszene in Jaipur

Street in Jaipur

Gestern wir zwei im Museum, Observatorium und eingekauft: Ohrringe, drei Ringe, zwei Seidenbilder, Kamel-Lederschuhe, einen Ring für Mutti (1’000.-). Sind mit unseren Einkäufen sehr zufrieden.
Jaipur wunderschöne Stadt. Fühlen uns wohl hier.

12.1. Ajmer
Gestern per Rikscha zum Palast der Winde, dann Bus nach Ajmer.

Fort Ajmer India elefants
Elefanten-Taxi zum Fort Ajmer

Elefants to fort ajmer

fort ajmer

fort ajmer

Toller Palast mit wunderschön verzierten Wänden und Decken (Spiegel).
Viele schöne, aber aggressive Affen (mit schwarzen Gesichtern). Drei Kalender gekauft. Nach kurzer Ruhepause im Hotel den Ring für Mutti abgeholt. Bei dieser Gelegenheit kaufte Max für seine Mutter auch einen mit goldenem Topas (875.-). Zertifikat gekriegt.
Anschliessend ins viert grösste Kino der Welt (2’500 Plätze). Wunderschöner «Palast», etwas kitschig, aber wie ein «Traumland». Vom Text natürlich nichts verstanden, aber dennoch mitgekriegt, worum es geht. Sehr viel Action und Unterhaltung (Musik und Tanz). Die drei Stunden – mit einer Pause – vergingen sehr schnell.
Heute mit den Österreichern gefrühstückt, dann Bus hierher (express, 2 ½ Std.). Viele LKW-Unfälle gesehen. Wohnen im Tourist Bungalow, Zimmer gross und sauber. Im Haus Restaurant, Bar und Lounge, richtig edel.
Nach einem grösseren Snack zu Fuss in die Stadt. Jain-Tempel mit imposanter Darstellung der Jainwelt. Riesige «Modellanlage» in Goldfarbe, lauter Paläste, Elefanten, Orchester, fliegende Figuren aus Elefanten, Schwäne, Pfauen mit je zwei Mann Besatzung – echt faszinierend. Dann weiter durch Basare. Zwei Silberarmreife gekauft. Danach durch enge Gassen mit wunderschönen Tuch-Shops, Schuhen, usw. Henna gekauft. Neue, bunt beleuchtete Moschee. Mit Pferdekutsche zurück. War toller Nachmittag!

14.1. Jodhpur
Sitzen gerade auf unserem Balkon in der sehr warmen Abendsonne bei Kaffee. Wunderschön, wenn auch etwas laut. Gerade geht’s, das Musikband wird scheinbar gewechselt.
Gestern fuhren wir von Ajmer in einer Viertelstunde nach Pushkar.

Lake of pushkar
See in Pushkar

Ruhige, enge Strasse, gesäumt mit Shops. Drei paar Ohrringe gekauft. Tee und Kuchen am Seelein. Schöne Sicht auf Ghats und weisse Häuser. Zurück in der Stadt machten wir einen Spaziergang durch den Basar zur Moschee. Gross, viel los, beeindruckend. Auch die zwei Reis-«Pfannen»: In der grösseren werden 4’480 kg Reis für Pilger gekocht.
Max hat Schuhe gekauft. Dann wieder mit Kutsche zurück.
Heute Bus-Fahrt hierher, alles reibungslos, auch Hotelsuche (Kalinka). Zimmer mit Dusche, allerdings 190.- (ohne 60.-). Gross mit zwei Tischen und drei Stühlen plus eben Balkon. Schön.
Sahen uns die Altstadt an. Schöne Häuser, enge Gassen mit schönem Basar. Leider mit Verkehr, störend. Blieben nicht sehr lange.

16.1.
Vorgestern Nachtessen hier im Hotel. Grosses Restaurant, Stil Rittersaal (gehört einem Engländer), grosse, weich gepolsterte Stühle, rote Tischdecken aus Stoff, einfach ungewohnt nobel, Silber-Tischgeschirr! Entsprechend die Preise, natürlich! Max hat wie immer gut gewählt: Lamm mit Spinat. Mein Curry mit Champignons und Sauerkirschen aus der Dose enttäuschten.
Gestern Post und Fortbesichtigung. Palast ist ein Museum, sehr beeindruckend. Wurde bis vor zwanzig Jahren vom Maharaja bewohnt: Empfangs-, Minister-, Tanz- und Frauenräume, Tempel, Schlafzimmer, usw. waren zu besichtigen. Waffen- und Elefantensammlung, Musikinstrumente und Zelt. Dazu herrliche Aussicht von den verschiedenen Balkonen auf viele blau bemalte Häuser. Deren Besitzer gehören zur Kaste der Brahmanen.

jodhpur blue houses of brahmanes
Blaue Häuser in Jodhpur der Brahmanen

19.1.
Am 16.1. abends Ankunft der Österreicher, gemeinsames Nachtessen.
Ausbruch des Krieges in Irak, im Radio gehört.

17.1.
Spaziergang in Park und Zoo. Schöne Anlage, aber wenige Tiere, die meisten Gehege verwahrlost. Museum ebenso.

18.1. Jaisalmer

Jaisalmer fort

Jaisalmer fort
Fort in Jaisalmer

Fahrt mit De-Luxe-Schnell-Bus hierher
Wunderschöne Wüstenstadt, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Ruhig, sauber, enge Gässchen.
Heute Fort mit wunderschönem Jain-Tempel besichtigt. Tolle Herrschaftshäuser in der Stadt und am Lake ausserhalb.
Gerade packt Max den Rucksack für die morgen beginnende, vier tägige Wüsten-Safari. Wir freuen uns riesig!

25.1. Wüsten-Safari

camel safari jaisalmer
Start zur Kamel-Safari

camel riding
Kamelreiten macht echt Spass
Die Anspannung vor dem Aufstehen
So erhaben, entspannend und angenehm schaukelnd
rest in thar desert
Pause in der Wüste Thar
Christina und Stefan aus Wien
Pause für alle

Jeder Strauch verführte zum Snack

Desert Thar in India

Rast in einer Oase
Hoch zu Kamel mit viel Equipment, inkl. rohen Eiern

Darüber werde ich nicht allzu viel schreiben müssen, denn sie war ein eh unvergessliches Erlebnis!
Ritten vormittags jeweils um ca. 9 Uhr los. Nach ein- bis eineinhalb stündigem Ritt eine halbe Stunde Pause, dann eine halbe Stunde reiten, drei Stunden Mittagspause. Wir breiteten unsere Decken aus, legten uns in den Schatten, Tee und Essen (Chapati mit Gemüse, manchmal auch Reis) wurden serviert, dann lagen wir faul im Schatten und unterhielten uns gut. Zwei Österreicher, Stefan und Christina und zwei Schweizer aus Basel, Monika und Sandro. Mittags ca. eine Stunde Ritt, eine halbe Stunde Pause, dann Lagerfeuer, Essen und früh schlafen (mangels Licht und Brennholz). Sonnenaufgang aus dem Schlafsack erlebt, Tee und Frühstück ans «Bett» – hat alles gepasst!! Wir sahen auch einige Antilopen. Gestern kamen wir erstmals ins Schwitzen, ich war richtig heiss.

desert thar india
Wie auf der Rückreise Jaisalmer am Horizont auftaucht

26.1. Bikaner

Noch eine viertel Stunde Henna – was da wohl rauskommt! Gestern zwölf Stunden Bus-Fahrt durch die Wüste hierher! Heute Nationalfeiertag, mieteten einen Scooter mit Driver und sahen uns an: Fort, Museum des Maharadja-Palastes und Camelfarm. Das Fort wurde bis 1947 bewohnt. Wunderschöne Räume mit Holzschnitzereien und Goldmalereien. Schlafzimmer, Musikräume, usw. Echt schön. Natürlich fehlte auch die Waffensammlung nicht. 30 kg-Gewehre für Kamele, 50 kg-Gewehre für Elefanten, deutsche Helme aus dem ersten Weltkrieg, usw. Im Museum hauptsächlich Fotos, aber auch Kleider, Pässe, Spielsachen, Stühle, div. Gebrauchsgegenstände, Radio, Plattenspieler.
Morgen geht’s via Jaipur nach Sariska.

28.1. Sariska
Gestern lief nicht alles planmässig. Gemäss Auskunft vom Tourist Bungalows hätte es um 7.30 Uhr einen Bus nach Jaipur geben sollen. Schliesslich fuhren wir erst um 12 Uhr. Fast fünf Stunden am Bus-Terminal gewartet! Ankunft in Jaipur um 20 Uhr im Ever Green. Bloss noch zwei Betten im Dormitory gekriegt. Aber Vegi- bzw. Chicken-Steak zum Dinner hebten unsere Laune. Geschlafen haben wir auch ausgezeichnet. Heute Morgen tauschten wir im Hotel noch Checks und kauften gleich drei Paar Ohrringe, zwei Fingerringe und sechs Seidenschals.
12 Uhr Bus nach Sariska, Ankunft um 15.30 Uhr. Billigste Unterkunft Tourist Bungalow, doch wollten wir nicht wieder Dorm (20.-), günstigste Zimmer 175, gemäss Max muffig. Nahmen das Zimmer für 225.-!! Nicht übel, sogar mit Spannteppich!
Trafen im Bus ein Aussi-Paar, wohnen hier im Dorm, buchten gemeinsam einen Jeep für Nationalpark morgen.

30.1. Alwar
Um 7 Uhr Abfahrt im offenen Jeep. Sahen sehr viele Tiere: Wildschweine, Antilopen, Pfauen, Vögel, aber keinen Tiger. Sahen zwar viele frische Spuren und hörten ihn ganz in der Nähe, doch auch langes Warten nützte nichts – er liess sich einfach nicht blicken.
Nach dem Frühstück gingen wir zur Strasse. Schon bald kam ein Bus, aber überfüllt. Konnten auf dem Dach mitfahren, war herrlich. Nur 35 km bis Alwar.

Wenige Unterkünfte, können in einer staatlichen beim Bahnhof wohnen für 40.-. Zimmer gut, aber kein heisses Wasser und keinen Room Service.
Sind von den langen Reisen der letzten Tage etwas angeschlagen und faulenzen heute. Nahmen das «Philippinen Handbuch» zur Hand und versuchen uns auf den Kulturschock vorzubereiten.
Haben uns heute das Museum im City-Palace, am Fusse des Forts, angesehen. Vor allem gefielen mir die von Hand bemalten und beschriebenen Bücher. Fantastisch! Schöne Anlage.

2.2. Delhi
Alwar-Delhi mit Bahn, 1. Klasse, die sich von der zweiten kaum unterscheidet, lediglich ruhiger, da wenig Fahrgäste, 2 cm mehr Polster, viel mehr Platz für die Beine und Schiebetür zum Flur hin. Aber den Namen «1. Klasse» verdient es nicht.
In Old Delhi Scooter zum Connaught Place, Ringo voll, ein Typ von der Strasse bot uns ein Zimmer für 120.- an. Max ging begutachten, und wir nahmen es. Unser Zimmer ist ein Hinterzimmer eines Architekturbüros, ist allerdings ok. Mal was anderes in einem Privathaus zu wohnen. Sind in Janpath, sehr nahe Connaught Place und guten Billig-Restaurants. Haben sauberes Klo mit Schüssel, Badewanne mit Dusche – herrlich. Nach Zimmerbezug sofort zum GPO gefahren, war wie Weihnachten: vier Briefe! Zu Hause so weit alles ok, Mutti Augen-OP.
Danach duschen, Abendessen. In der Nacht wachte Max auf. Tisch und Stuhl vibrierten und schlugen gegen die Wand. Ich merkte nichts. Das Rätsels Lösung kam aus dem Radio am nächsten Morgen: Erdbeben 6.6 in Pakistan.
Gestern Flüge bestätigt, Offices liegen jeweils 200m von unserer Unterkunft – super! Dann «Hausrat»-Einkäufe: Klo-Papier, Waschpulver, Batterien, Gesichts-Crème, Henna. An Souvenirs nichts Tolles entdeckt.
Eben viel Wäsche gewaschen. Jetzt können wir noch in Ruhe zwei Talhis geniessen!

4.2. Delhi
Letzter Eintrag in Indien!
Gestern lange ausgeschlafen, gebummelt, Kochbuch gekauft, zwei kleine Seidenbilder und zwei grosse, Seidensari und Top. Seide gekauft und heute nochmals 10.5 m (à 70 Rp = Fr. 5.- bzw. 185 Rp = Fr. 12.- / sie liegt noch heute, 2018, in meinem Kleiderschrank. Kleidchen wurden daraus keine.). Max kaufte sich ein wunderschönes Seidenhemd. Sind mit unseren Einkäufen zufrieden, schöner Abschluss für Indien.

Indian Girl Child
Wie indische Mädchen benachteiligt werden

DM = 12.40 Rp

 

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