Von Belfast nach Ullapool

Auf die Bahnfahrt von Dublin nach Belfast freuten wir uns riesig. Doch leider mussten wir bereits in Newry in Busse umsteigen, weil die weitere Bahnlinie gesperrt war.
Die Grenze nach GB passierten wir unbemerkt. Wie das nach dem Brexit sein wird?
Wir checkten ein und streiften danach bis fast zum Umfallen durch die City. Architektonisch wechseln sich historische Gebäude, moderne Architektur und ungepflegte Bauten auf engstem Raum ab.

Die Fussgängerzonen laden zum Flanieren, Strassenmusiker unterhalten die Passanten, einige Lokale beeindrucken mit faszinierender Location, wie das Revolución de Cuba, oder verwirren mit aussergewöhnlichem dress code. Erstaunlich ist die Farbe der doppelstöckigen Busse: pink!
Das wusste ich gar nicht: die Titanic wurde in Belfast gebaut. Drei Stunden dauerte der interessante Rundgang durch das Museum.

Hier stand die Titanic beim Wassern.

Die Nomadic ist das letzte Schiff der H&W-Werft. Es diente den Titanic-Passagieren vom Kontinent als Zubringer und stand bis 2006 in Paris.


Belfast – IRA – Gewalt! Daran erinnern die Peace walls im Westen der Stadt.

War das einst der Wachturm?

Das Nachtessen konnten wir kaum erwarten. Hier bin ich abends richtig hungrig, denn den hiesigen Kuchen kann ich bestens widerstehen.

Die Reise nach Glasgow war auf dem Reisebüro im Bahnhof schnell gebucht und erstaunlich günstig: Per Bus zum Dock, zweieinhalb Stunden Fähre und nochmals etwa so lange mit dem Bus nach Glasgow. Wie Ferien!

Rätsel gelöst! Wir wunderten uns wie auch die Angestellten des Hostels in Belfast, die uns bei der Hotelsuche halfen, warum alle bezahlbaren Hotels in Glasgow ausgebucht sind. Gestern spät fanden wir dank einer Annullation noch ein Kajütenbett in einem 4er-Zimmer für Fr. 50.-/Person, ohne Frühstück – Pink is in town! Unsere Zimmerkolleginnen kamen mitten in der Nacht und erzählten am Morgen begeistert vom tollen Konzert.
Gestern bot der Walk zum Hostel bereits eine Stadtbesichtigung.
Samstagnacht! Woww, wie die Girls und Damen hier special outfits, die fast nichts verhüllen, in den Ausgang gehen!!! Später schauten wir nochmals die Stadt an und assen wieder vorzüglich vegetarisch, südamerikanisch.

Die Stadt gefällt mir sehr gut. Riesige Gebäude, Fussgängerzonen, night life, Shops der feinsten Marken, Bar an Bar, ….

Es wäre zum Aushalten. Doch Harry Potter ruft…. Nach knapp vier Stunden Fahrt erreichten wir Fort William. Während der Fahrt tauchen wir erstmals ein in die schottische Landschaft.

Spontan beschlossen wir die Fahrt zu verlängern nach Mallaig. Ob Harry Potters Zauber uns bereits hier traf? Nach kurzer Fahrt streikte die Diesel-Lokomotive. Nach einigem Hin und Her konnten wir zwar reisen, bloss der Aufenthalt in Mallaig war noch viel kürzer.

Nach dem Znacht in Fort William erlebte ich erstmals Karaoke. Das war die Gelegenheit, endlich mal Whiskey zu probieren. Ich wählte Sour. Schön sah es aus – ich bleibe zukünftig dennoch bei Rotwein.

Wir hatten Glück und kriegten doch noch ein Mietauto. Nach einem halbstündigen Marsch entlang der stark befahrenen Ausfallstrasse bei Wind und Regen wurde uns erst als einzige Option ein 7-Plätzer angeboten. Als wir eine andere Vermietung anriefen wollten, klappte es doch noch auf 12 Uhr. Perfekt getimt um noch zu frühstücken, Geld wechseln, auschecken und am Bahnhof das Auto erwarten. Was für ein Gefühl: on the road again und unabhängig.
Die Landschaft ist einzigartig, die Stimmung mystisch bei Nebel und Nieselregen. Und dann taucht es vor uns auf, im See: das Eilean Donan Castle, bekannt aus Filmen wie Highlander.

Die Fahrt nach Ullapool führte durch wunderschöne Landschaften, unberührte und praktisch menschenleere Natur, vorbei an vielen Seen, eingebettet in grüne Berge.

Gleich nach der Einfahrt in die Küstenstrasse erblickten wir ein wunderschön romantisches B&B. Empfangen wurden wir vom Hausherrn im Kilt.

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